Hospizarbeit in Baden-Württemberg

Geschichte des Hospiz- und PalliativVerbandes Baden-Württemberg e. V.

(ehemals Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz in Baden-Württemberg e. V.)

Mit Ursula Lesny – sie war lange Zeit Seelsorgerin in einem Pflegeheim in Stuttgart – und mit Edith Bächtle beginnt die Hospizarbeit in Baden-Württemberg.

Diese Frauen erkannten die Not sterbender Menschen und begannen, Ehrenamtliche für die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen zunächst in Altenheimen zu gewinnen und vorzubereiten.

  • 1984 gründete Frau Usula Lesny die 1. Sitzwachengruppe und prägte damit den Begriff Sitzwache für Baden-Württemberg.
    Mit Beratung durch diese Frauen gründeten sich im Raum Stuttgart viele solcher Sitzwachengruppen und leisteten wertvolle Arbeit.
  • 1989 entstanden in Freiburg und in Wiesloch die ersten ambulanten Hospizdienste.
  • 1987 kam der Begriff Hospiz nach Stuttgart. Unter der Leitung von Daniela Tausch-Flammer und mit Angelika Gann wurde die "Arbeitsgemeinschaft Hospiz" - eine ambulante Initiative - gegründet. Das stationäre Hospiz Stuttgart folgte dann unter der selben Leitung in 1994.
  • Das erste stationäre Hospiz in Baden-Württemberg wurde 1990 in Oberharmersbach eröffnet, das Hospiz Haus Maria Frieden, es folgte 1992 in Heidelberg das Hospiz Louise.
  • 1999 wurde der erste ambulante Kinderhospizdienst im Landkreis Esslingen gegründet.

Im Laufe der Jahre fanden sich an vielen Orten Ehrenamtliche zusammen, um Hospizinitiativen und Hospizgruppen zu gründen. Weitere stationäre Hospize entstanden, darunter auch das erste Hospiz für AIDS-Kranke bundesweit in Oberharmersbach. Im Frühjahr 2003 gibt es 250 Initiativen und Einrichtungen im Bereich Hospiz und Palliativmedizin in Baden-Württemberg.

Auf der Basis von Vorerfahrungen aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern ergriffen Mitte der 90iger Jahre die bestehenden Hospizeinrichtungen die Initiative mit dem Ziel, möglichst viele Initiativen, Gruppen und Einrichtungen in Baden-Württemberg unter einem Dach zu vereinen, um Vernetzungen zu schaffen, die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern und eine eigenständige Vertretung als Kooperationspartner mit der LIGA der Wohlfahrtsverbände und dem Sozialministerium zu etablieren.

Am 25. November 1996 wurde in Karlsruhe die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz mit 34 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. In ihr schließen sich unter Wahrung ihrer Eigenständigkeit ambulante Hospizdienste, Sitzwachengruppen, Stationäre Hospize und Einrichtungen mit Palliativstationen und Brückenpflegediensten zusammen.

In den folgenden Jahren fand ein kontinuierlicher Auf- und Ausbau der Tätigkeiten statt:

  • Erstellen einer Adressdatenbank
  • Herausgabe eines ReferentInnen-Verzeichnisses
  • Literatursammlung zum Thema „Hospiz"
  • Beratung vor Ort
  • Erstellung einer Homepage für die Hospizbewegung in BW (www.hospiz-bw.de)
  • Vernetzung durch Mitgliederversammlung und regelmäßigen Regionaltreffen
  • Supervisionsangebot für Einsatzleitungen
  • Fortbildungsangebote
  • Vertretung im Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV)
  • Regelmäßige Treffen mit den VertreterInnen der Wohlfahrtsverbände und des Ministeriums für Arbeit und Soziales zur Förderung der Hospizarbeit in Baden-Württemberg
  • Mitarbeit im Beirat der Hospizzeitung der damaligen BAG Hospiz, jetzt DHPV
  • Aufbau und Einrichtung einer Geschäftsstelle mit regelmäßigen Geschäftszeiten – ab Januar 2001
  • Mitwirkung bei der Umsetzung des Gesetzes zur Förderung der ambulanten Hospizarbeit – §39a, SGBV
  • Mitwirkung bei der Umsetzung der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV)
  • Umsetzung eines gemeinsamen Projektes mit der AOK Baden-Württemberg: „Palliative Versorgung zu Hause” – ein Kursprogramm für Angehöriger Schwerstkranker und Sterbender
  • Mitglied im Landesbeirat Palliativversorgung BW im Ministerium
  • Projektträger eines Projektes der Kinderlandstiftung BW: „Ausbau der Kinder- und Jugendhospizarbeit in BW” – Nov. 2008 - Febr. 2012
  • Die Mitgliederversammlung 2013 beschließt die Umbenennung und somit Anpassung an den Bundesverband: Hospiz- und PalliativVerband Baden-Württemberg e.V.

Stand der Entwicklung – April 2016:

  • 253 ambulante Hospizdienste
  • 34 ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste, davon 14 eigenständig
  • 28 Stationäre Hospize – 231 Betten
  • 38 Palliativstationen – 307 Betten
  • 33 Palliative Care Teams für Erwachsene
  • 3 Palliative Care Teams für Kinder und Jugendliche
  • 20 Brückenpflegedienste
  • 7.850 Ehrenamtliche
  • 11.500 Sterbebegleitungen pro Jahr
  • 5.200 Trauerbegleitungen pro Jahr
  • 191 Gruppen und Einrichtungen werden vom Hospiz- und PalliativVerband Baden-Württemberg e. V. vertreten.

Laufend aktualisierte Hospizzahlen können Sie unter "Hospiz in Zahlen" nachlesen.

Kontakt: siehe Impressum.

Entwicklung der ambulanten Hospizarbeit in Baden-Württemberg

Bereits 1984 etablierte sich die erste Sitzwache in Baden-Württemberg. Wie die ambulante Hospizarbeit seither ausgebaut wurde, lässt sich an den im Anhang eingestellten Diagrammen ablesen.

Dateien

Weitere Infos (zum Herunterladen):