Ausgabe März 2019

Vorwort

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des Hospiz- und PalliativVerband Baden-Württemberg e.V.,

der Frühling ist da – ist er da?

Paul Heyse (1830 – 1914) fragt in seinem Gedicht „Vorfrühling“:
[...]
Dort am Weg der weiße Streif –
Zweifelnd frag‘ ich mein Gemüte:
Ist’s ein später Winterreif
oder erste Schlehenblüte?

Zumindest ahnen wir aufgrund der sonnigen Tage der letzten Zeit, dass es nun nicht mehr lange dauern kann, bis wie in jedem Frühling die Blütenpracht unsere vom Winter vergraute Welt wieder bunt macht und das Leben neu zu erwachen scheint.

Das Frühjahr birgt manches in sich, das auch für uns als Hospizbewegung entscheidend sein kann – so werden Mitte April die zum §217 StGB eingegangenen Verfassungsbeschwerden beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verhandelt. Die Beschwerdeführer möchten erreichen, dass das Gesetz zum Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid entscheidend gelockert wird, so dass z. B. Sterbehilfevereine in Deutschland tätig werden dürfen. Dabei berufen sie sich auf die Autonomie der sterbewilligen Menschen. Ein vielschichtiges Thema – als Hospizlerin bin ich froh zu wissen, dass auch Vertreter*innen aus der Hospizbewegung und Palliativversorgung geladen sind, um als sachkundige Personen ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Erkenntnisse zu schildern. Die Quintessenz wird dabei von unserer Seite wohl ähnlich lauten wie ein Absatz aus einer Stellungnahme des DHPV von 2014, als es um die Diskussionen rund um den damals festzulegenden § 217 StGB ging:

„Wir wissen um die Unsicherheiten und Ängste, die die existentielle Situation des Sterbens mit sich bringen kann. Wir wissen aber auch, dass geteilte Unsicherheit erträglicher ist und die Angst vor dem Sterben der Freude am Leben weichen kann, wenn vertraute und auch fachkundige Menschen zuverlässig an der Seite von Sterbenden sind. Dies können wir als Hospiz- und Palliativeinrichtungen anbieten und versichern.“

Als „Alternative“ zum assistierten Suizid wird derzeit vielfach das sogenannte „Sterbefasten“, der Freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken (FVET), benannt und als DIE Möglichkeit beschrieben, selbst bestimmt aus dem Leben zu scheiden. Was es damit auf sich hat und wie der FVET für uns als Vertreterinnen und Vertreter der Hospizbewegung ethisch zu sehen und zu bewerten ist, was das also für uns bedeutet, darüber werden wir uns bei der Mitgliederversammlung des HPV BW im Juni intensiv austauschen.

Damit wir weiter im Sinne unserer Hospizgrundsätze alle Menschen, die dies brauchen und wollen, in unseren ambulanten und stationären Hospizen begleiten können, ohne auf deren Herkunft, Religion, Lebensweise, gesellschaftliche Stellung u. a. m. achten zu müssen, also diskriminierungsfrei tätig sein können, brauchen wir auch zukünftig eine freie und solidarische Gesellschaft, die breit getragen wird und dadurch breit tragen kann. Es darf daher keinen Sieg der Rechtspopulisten bei der Kommunal- und Europawahl geben, denn diese verfolgen ganz andere Interessen, wie uns auf bestürzende Weise selbst in europäischen Ländern bereits vorgelebt wird.

Auch wenn dies nicht die erste Aufgabe der Vorsitzenden des Hospiz- und PalliativVerbandes sein mag, erlaube ich mir an dieser Stelle trotzdem an Sie zu appellieren: gehen Sie am 26. Mai zur Wahl, und machen Sie auch für ein geeintes und menschenfreundliches Europa Ihr Kreuzchen. https://www.kommunalwahl-bw.de/warum_waehlen.html

Herzlich grüßt Sie auch im Namen des gesamten Vorstandes

Ihre Susanne Kränzle
Vorsitzende


Aktuelles aus dem Landesverband

Mitgliederstand

Im Dezember 2018 sind ausgetreten:

  • Ökumenischer Hospizdienst Neckar/Kocher/Jagst e.V., Bad Friedrichshall
  • Hospizgruppe Walzbachtal/Weingarten
  • Hospizgruppe Jestetten und Umgebung e.V.

Im Januar 2019 beigetreten sind:

  • Förderverein für caritativ-diakonische Dienste e.V., Walzbachtal
  • Hospizverein Region Böblingen-Sindelfingen e.V.
  • Ökumenischer Hospizdienst Malsch e.V.

Aktuell sind 211 Hospiz- und Palliativeinrichtungen Mitglied im Hospiz- und Palliativ Verband.

Für die Arbeit in Ihrer Region wünschen wir viel Erfolg und gutes Gelingen!

Jubiläum 2019

Wir gratulieren herzlich zum Jubiläum im Jahr 2019:

  •   5 Jahre - Stationäres Hospiz Esslingen
  • 10 Jahre - Christliches Hospiz Pforzheim/Enzkreis
  • 10 Jahre - Hospiz Via Luce, Villingen-Schwennigen
  • 15 Jahre - Kraichgau Hospiz, Sinsheim
  • 15 Jahre - Ökumenische Hospizgruppe Adelsheim-Osterburken- Seckach
  • 15 Jahre - Ambulantes Kinder- und Jugendhospiz des Hospiz Stuttgart
  • 10 Jahre - Ambulanter Kinder-und Jugendhospizdienst Sterneninsel e.V., Pforzheim (editiert: 23.04.19 Anzahl Jahre)
  • 20 Jahre - Ambulanter Hospizdienst Westlicher Enzkreis e.V., Keltern
  • 20 Jahre - Förderverein Hospiz Arista in Ettlingen
  • 25 Jahre - Ökumenische Hospizhilfe Südliche Bergstraße e.V., Wiesloch
  • 25 Jahre - Hospizbewegung Breisgau-Hochschwarzwald e.V., Freiburg
  • 25 Jahre - Stationäres Erwachsenenhospiz Stuttgart
  • 25 Jahre - Arbeitsgemeinschaft Hospiz, Kirchheim unter Teck

Aktuelles aus den Arbeitskreisen

Arbeitskreis Ambulante Hospizarbeit

Der AK Ambulante Hospizarbeit traf sich am 14.03.2019 in Ulm. Weitere Informationen und den Termin für das nächste Treffen können Sie im Protokoll auf der Homepage des HPVBW im geschützten Mitgliederbereich nachlesen und bei der Leitung des Arbeitskreises, Silvia Ulbrich-Bierig, Vorstandsmitglied HPVBW erhalten. – Allgemeine Informationen unter: https://hpvbw.de/ambulant

Arbeitskreis Kinder- und Jugendhospizarbeit

Der AK Kinder- und Jugendhospizarbeit traf sich am 19.03.2019 in Tübingen/Hagelloch. Nach einer Vorstellungsrunde und der Bearbeitung der mitgebrachten Themen aus Bund und Land wurde das Grundlagenpapier des HPVBW „Ambulante Kinderhospizarbeit – Definitionen und Standards der Kinderhospizarbeit in Baden-Württemberg überarbeitet. Weitere Informationen und den Termin für das nächste Treffen können Sie im Protokoll auf der Homepage des HPVBW im geschützten Mitgliederbereich und bei der Leitung des Arbeitskreises: Helena Gareis, Vorstandsmitglied HPVBW und Bernhard Bayer, Hospiz St. Martin erhalten. - Allgemeine Informationen zur Kinder- und Jugendhospizarbeit: https://hpvbw.de/kinder-und-jugendhospizarbeit

Arbeitskreis Kinder- und Jugendtrauer

Der AK Kinder- und Jugendtrauer traf sich zu seiner 14. Sitzung am 13. Februar 2019 in Pforzheim. Nach einer Vorstellungsrunde und Ideenbörse für die Kinder- und Jugendtrauerarbeit widmeten wir uns der Planung des Fachtags Kinder- und Jugendtrauerbegleitung des HPVBW, der im ersten Halbjahr 2020 in Leonberg stattfinden soll. Die nächste Sitzung findet am 19. September 2019 von 10.00 - 15.00 Uhr in Backnang statt. - Weitere Informationen erhalten Sie im Protokoll auf der Homepage des HPVBW im geschützten Mitgliederbereich und bei der Leitung des Arbeitskreises, Kirsten Allgayer, Vorstandsmitglied des HPVBW. Allgemeine Informationen unter: https://hpvbw.de/kinder-und-jugendhospizarbeit

Arbeitskreis Stationäre Hospize

Die Klausurtagung 2019 findet vom 22. – 23.05.2019 im Kloster Reute statt. Einladungen werden rechtzeitig vorher per E-Mail versandt und sind für Mitglieder dann auch im geschützten Mitgliederbereich auf der Homepage des HPVBW  des Arbeitskreises hinterlegt. Die Herbsttagung 2019 findet am 13.11.2019 im Weihbischof-Gnädinger-Haus, der Geschäftsstelle des Diözesan-Caritasverbandes in Freiburg statt. Weitere Informationen und Beratung erhalten Sie bei der Leitung des Arbeitskreises: Ute Epple und Frank Schöberl, Vorstandsmitglieder des HPVBW. - Allgemeine Informationen zur Hospizarbeit finden Sie unter: https://hpvbw.de/stationaer Die Protokolle der Arbeitskreise sind für Mitglieder des HPVBW online geschützt eingestellt in der Rubrik "AK Stationäre Hospize".

Überlegung: Arbeitskreis Hospiz- und Palliativarbeit in der Behindertenhilfe

Einen Arbeitskreis zu diesem Thema gibt es aktuell noch nicht. Es gäbe jedoch viele Themen und Aufgaben im  Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Unserer Arbeitskreise treffen sich 1-2mal pro Jahr, der Aufwand ist also überschaubar. Interessieren Sie sich für eine Mitarbeit? Dann melden Sie sich bitte in unserer Geschäftsstelle. Danke!

 

Fortbildungsangebote des HPVBW für 2019

Rückblick „Letzte Hilfe“

Drei Schulungstermine auf dieses Konzept haben nun seit vergangenem Spätjahr in Baden-Württemberg stattgefunden, und wir vom Vorstand möchten uns noch einmal ganz herzlich bedanken bei allen gastgebenden Hospizdiensten für alle Vorbereitung und dafür, dass sie sich einspannen lassen ließen.

Diejenigen, dies ich nun mit diesem Curriculum intensiver auseinandergesetzt haben, haben sicherlich einen spannenden Tag und viele Ideen und Anregungen erleben und erfahren dürfen, als eine Möglichkeit (unter vielen) an die Öffentlichkeit zu gehen und ein sinnvolles Angebot zu machen.

Wir hoffen, dass sich die Idee, analog zur „Ersten Hilfe“ auch die „Letzte Hilfe“ immer wieder zu bedenken, nicht wieder in eine Schublade einsperren lässt, sondern weitere Verbreitung und Durchführungen findet. Zumindest ist bei uns das große Interesse an weiteren Schulungen angekommen, dass wir bereits in der Planung zu einem neuen Kursangebot sind.

Planung für Herbst 2019: der nächste "Letzte Hilfe" Kurs soll am 17.Oktober 2019 in Heidelberg stattfinden. Eine Anmeldung ist aktuell noch nicht möglich. Schauen Sie regelmäßig auf die Homepage des HPVBW https://hpvbw.de/ – dort wird das Fortbildungsangebot und die Anmeldung online abrufbar sein.

Weitere Fortbildungsangebote

  • Anmeldungsstart: Coaching für haupt-und ehrenamtliche Koordinatorinnen und Koordinatoren am Freitag 25.10.19 bis Samstag 26.10.19 im Christkönigshaus in Stuttgart-Hohenheim mit den Referenten Günter Etspüler und Clemens Janosch. Mehr Informationen zur Veranstaltung und das Anmeldeformular unter https://hpvbw.de/node/11981 .

Bei ausreichend Anmeldungen wird der HPVBW auch wieder folgende Kurse anbieten:

  • „Palliative Versorgung zu Hause“ Mentoren Schulung – Projekt HPVBW und der AOK Baden-Württemberg.
  • „Hospiz macht Schule“ in Ludwigsburg – auch Nachschulungen von Ehrenamtlichen sind möglich.

Bei Interesse melden Sie sich bitte in unserer Geschäftsstelle.

Empfehlung Kooperationsveranstaltung:

 

Bürgerinformationsportal

Seit 1.Januar 2019 ist die im Auftrag vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg und vom HPVBW entwickelte Informationsplattform zur Hospiz- und Palliativversorgung fertig gestellt und online abrufbar unter https://hospiz-palliativ-bw.de/bip/start

Das Portal bietet Bürgerinnen und Bürgern Informationen zu Fragen rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer: 'Wo finde ich Hilfe, wenn ein Angehöriger sterbenskrank ist? Was macht ein ambulanter Hospizdienst? Was ist SAPV? Wann kann man in ein Hospiz? Was kostet das?' u.v.m. - es ist eine Möglichkeit erste Fragen für sich zu klären, um dann die gesuchten Fachleute und Kontaktdaten dazu zu finden.

Viele Informationen und Adressen zu den Einrichtungen sind auf der Plattform hinterlegt. Das  Kontaktformular https://hospiz-palliativ-bw.de/bip/kontakt bietet die Option Fragen zu stellen bzw. Anregungen/Änderungen zu melden.

 

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

Umsetzung in Baden-Württemberg

Seit Veröffentlichung der Charta im September 2010 ist es gelungen, viele weitere Akteure in den Prozess einzubeziehen, die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den existentiellen Phänomenen Sterben, Tod und Trauer zu fördern und die Ziele der Charta stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Wenn Sie für die Umsetzung der Charta und ihrer Handlungsempfehlungen Veranstaltungen in ihrem Umfeld planen unterstützen wir Sie gerne. Bitte wenden Sie sich schriftlich an die Vorsitzende Frau Susanne Kränzle susanne[Punkt]kraenzle [at] hpvbw[Punkt]de

 

Hospizbegleitung im Krankenhaus - Handreichung zur Implementierung von Ehrenamt im Krankenhaus

Mit Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) 2015 werden erstmalig ehrenamtliche Sterbebegleitungen als zu fördernde Hospizarbeit anerkannt. Was das für ambulante Hospizdienste und Krankenhäuser bedeutet und mit welchen Herausforderungen bei der Implementierung der ehrenamtlichen Arbeit in die Krankenhausstrukturen zu rechnen ist, war Thema eines mehrteiligen Workshops der Klinik für Palliativmedizin der Universitätsmedizin Göttingen. Die Ergebnisse des intensiven Austauschs der Teilnehmenden aus verschiedenen Berufsgruppen können nun in einer Handreichung nachgelesen werden. Dort sind auch Lösungsvorschläge zu finden und eine Liste von Personen, die zu den relevanten Themen angesprochen werden können. https://www.palliativmedizin.med.uni-goettingen.de/de/content/ehrenamt.html

Aus den Mitgliedseinrichtungen

Der Geschmack von Leben - Die Köchin, das Hospiz und ein gutes Ende

Im ZDF wurde am 12.02.19 in der Sendung „37 Grad“ die Dokumentation über das Leben im Hospiz Kafarnaum in Baden-Baden ausgestrahlt.

Das Team von „37 Grad“ begleitete ein halbes Jahr lang drei Hospizmitarbeiterinnen, die ihren Gästen bis zum letzten Augenblick eine hohe Lebensqualität ermöglichen: eine Köchin, die letzte Essenswünsche erfüllt, eine Pflegerin und eine Ehrenamtliche. Das Sterben anderer vor Augen, verändern sie ihr eigenes Leben, lernen, nichts mehr aufzuschieben. Was treibt sie an, und woraus schöpfen sie Kraft? Und: Ist ein "gutes Ende" überhaupt möglich?

Eine sehr gelungene Dokumentation über das Leben und Abschiednehmen im Hospiz. Nachfolgend möchten wir Ihnen die interessanten Eindrücke und Gedanken der Filmemacher Jana Matthes und Andrea Schramm über die Dreharbeiten weitergeben:

„Lebensqualität bis zum letzten Tag: Während der Recherchen haben wir eine Szene beobachtet, in der eine Sterbebegleiterin sich ihren eigenen Tod vorstellt. Zu Mozarts Musik will sie sterben und ohne Schmerzen. Wir Filmemacherinnen sitzen im Nebenraum und denken über unseren eigenen Tod nach. Wie die meisten anderen spüren auch wir Widerstände: Sterben ist etwas, das in unserer Vorstellung anderen passiert. Wir erkennen, dass es die Konfrontation mit unserer eigenen Vergänglichkeit ist, die wir so gern vermeiden. Wäre das anders, wenn uns der Tod weniger Angst machte?
Das erste Mal erfuhren wir vom Hospiz Kafarnaum durch einen Artikel über Christiane Stangier, die Köchin. Edelküche an einem Ort, wo der Tod allgegenwärtig ist? Lebensqualität bis zum letzten Tag? Wir konnten uns das schwer vorstellen.

Ein Ort an dem auch gelacht wird: Als wir dann drehten, haben uns Freunde regelrecht bedauert: was für einen traurigen Ort wir besuchten und wie viel Leid wir erleben müssten. Doch so war es nicht. Sicher gab es während unserer sechsmonatigen Dreharbeiten Momente, die uns traurig stimmten. Zwei der Menschen, mit denen wir viel Zeit verbracht haben, starben.

Doch wir haben auch gelacht - mit den Hospiz-Mitarbeiterinnen und mit den Bewohnern. Wir haben Menschen erlebt, die bis zum Schluss Glücksmomente genießen konnten: hier eine Hühnersuppe, da eine Fußmassage oder einfach nur ein Gespräch, das auf andere Gedanken bringt. Wir haben gesehen, dass so etwas wie ein guter Tod tatsächlich möglich ist.

Es sind Christiane, Bea, Filomena und die anderen Mitarbeiterinnen, die dafür sorgen, dass in den letzten Lebenstagen tatsächlich gelebt und nicht nur gestorben wird. Sie lassen die Sterbenden ihren Weg bestimmen, den sie am Ende gehen möchten. Sie hören zu, halten Hände und erspüren, wie viel Berührungen und Nähe die Menschen sich wünschen.  Sie wollen nicht wissen, ob sie einen Hochschulprofessor vor sich haben oder ein Baggerfahrer. Das alles wird am Lebensende unwichtig. Was es bedeutet, wertfrei und tolerant mit anderen umzugehen, haben wir hier beobachtet wie sonst nur selten.

Ein Film über das Leben: Für uns als Filmemacherinnen war es anfangs eine Gratwanderung: Sterbende zu bitten, mit uns zu drehen. Diejenigen, die mitgemacht haben, hatten eine Mission: Eddy Nöther beispielsweise hatte zu Hause wegen seiner Schmerzen den Lebensmut schon verloren und erlebte dann einen nach seinen Worten wunderbaren Sommer im Hospiz. Er wünschte sich, dass auch andere Menschen von seinen Erfahrungen profitieren können.

Wir haben erfahren, wie der tägliche Umgang mit Sterbenden die Lebenden prägt: Sie wissen um die Fragilität ihrer Existenz, gehen achtsamer mit sich und ihren Liebsten um, nehmen sich Zeit für Wesentliches. So machte die Köchin Christiane einen Jagdschein, ein Vorhaben, das sie lange aufgeschoben hatte. Schwester Filomena verbringt mehr Zeit mit ihrer Familie, und Bea, die Sterbebegleiterin, gibt ihrer Golfleidenschaft Raum. Diese Bewusstheit für jeden Augenblick hat sich auch auf uns übertragen, und so haben wir am Ende keinen Film über den Tod gedreht, sondern über das Leben.“

Quelle: zdf-mediathek

Das Team vom Hospiz– und PalliativVerband Baden-Württemberg e. V. freut sich über Nachrichten aus Ihren Hospizeinrichtungen und Ihrer Region im Land - senden Sie diese gerne jederzeit an unsere Geschäftsstelle.


ServicePoint Hospiz Nord

Aktuelles: Ambulante Hospizförderung § 39a Abs. 2 SGB V

Nun ist es wieder „geschafft“ -  zumindest fast -  für dieses Jahr!  Für Sie in den Diensten ist der Antrag auf Förderung durch die Krankenkassen abgeschickt, und bei uns ServicePoints sind die letzten Handzeichen zu machen und Ende März werden wir die Förderanträge den Gesetzlichen Krankenkassen übergeben.

Wir ServicePoints hatten zwischendurch einmal eine sehr gute Telefonkonferenz, bei der wir feststellen durften, dass dieses Jahr mehr Anträge abgegeben worden sind, was uns sehr freut. Nun liegt es an den Kassen, die Anträge weiter zu bearbeiten, und wir hoffen natürlich, dass die Dienste das bekommen, was ihnen auch zusteht.

Im Mai werden wir eine Ausschusssitzung haben und dann die Gesamtfördersumme erfahren. Ebenso hoffen wir, dass das Verfahren reibungslos abläuft und nur wenige Dienste Nachfragen von Seiten der Krankenkasse bekommen werden. Im Juli erwarten wir die Bescheide und Gelder.

Zum Antragsverfahren bei den Privaten Kassen für die restlichen 10% der Fördersumme, werden wir uns dann zu gegebener Zeit bei den betroffenen Diensten melden.

Außerdem können Sie jederzeit auf unserer Homepage wichtige Informationen und Unterlagen finden https://hpvbw.de/servicepoint

Wir sind sehr gespannt, wie die Verhandlungen auf der Bundesebene laufen werden, wenn die Rahmenvereinbarung nun im April geöffnet wird. Einige Dienste haben uns ihre Anliegen mitgeteilt -  dafür herzlichen Dank -  und auch darüber haben wir uns als Service Points abgestimmt, wie wir das jeweils an unsere Bundesverbände weiterleiten werden, damit wir alle aus Baden-Württemberg mit einer Stimme sprechen. Wir können hoffen, dass es an der einen und anderen Stelle Nachbesserungen für uns Hospizdienste geben wird, und sicherlich werden wir nicht alles bekommen was wir uns vielleicht wünschen.

Zwei Punkte möchte ich noch explizit herausgreifen:

  • in letzter Zeit gab es immer wieder Schwierigkeiten mit der Beihilfe der PostBeaKK, dass diese den Hospizdiensten mitteilte, dass sie kein Geld überweisen könnten, dies nur über die Ansprüche des Versicherten, sprich dann den Hinterbliebenen ginge, …    es scheint so, wie wenn dort eine neue Person sitzt, die sich nicht im Text der Rahmenvereinbarung auskennt. Und da die Regelung für uns Hospizdienste auch wirklich eine im Verständnis der Beihilfe einzigartige Regelung ist, ist es für uns zwar lästig, doch nachvollziehbar.  Bitte lassen Sie sich nicht verunsichern, schicken Sie die Einzelanforderung (siehe Formular auf der Homepage) und keine Rechnung, und berufen Sie sich auf die Rahmenvereinbarung / Handreichung zur Rahmenvereinbarung mit der PostBeaKK. Wir hoffen, dass sich dieses Missverständnis sehr bald legt und wieder alle Einreichungen problemlos bearbeitet werden
  • entgegen meiner Aussage, dass Begleitungen auch mehrmals angegeben werden können, wenn sich der Gesundheitszustand eines Versicherten verbessert und sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder verschlechtert, so dass die einmal abgeschlossene Begleitung wiederaufgenommen wird, habe ich erfahren, dass dies Kassen zunehmend in der Praxis nicht mehr akzeptieren. Hintergrund ist, dass im Vertrag der Privaten Krankenkassen und insbesondere der beigetretenen Beihilfestellen steht, dass für Versicherte nur einmal eine Förderung fließen kann. Da dies nun die gesetzlichen Kassen erfahren haben, entscheiden auch sie wohl zunehmend so, dass sie es ablehnen ein weiteres Mal die Begleitung zu fördern
     
    Somit wünsche ich nun also etwas „Ruhe“, was das Förderverfahren anbelangt, bevor wir Neues haben und Sie selbstverständlich zeitnah informieren werden.

Sabine Horn, 1. stellvertretende Vorsitzende des HPVBW


Informationen vom Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e. V.

DHPV gegen staatlich gesicherte Suizidbeihilfe

„Der DHPV hat sich entschieden gegen die Erarbeitung eines Gesetzes ausgesprochen, das schwer und unheilbar Erkrankten den Erwerb eines Betäubungsmittels für eine Selbsttötung ermöglicht. Ein solcher Gesetzentwurf, der die Abgabe eines entsprechenden Medikaments durch eine Bundesoberbehörde wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorsieht, läuft allen Bemühungen des Gesetzgebers zuwider, die hospizliche und palliativmedizinische Versorgung am Lebensende zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Vielmehr birgt ein solches Gesetz die Gefahr, dass sich schwerkranke Menschen genötigt fühlen, statt menschlicher Zuwendung und medizinischer Versorgung Angebote zur assistierten Selbsttötung in Anspruch zu nehmen. In seiner Stellungnahme macht der DHPV deutlich, dass er für eine etwaig notwendige sachverständige Beurteilung im Rahmen eines solchen Bescheidungsverfahrens nicht zur Verfügung stünde. Am Lebensende bedürfe es nicht eines erleichterten, staatlich unterstützten Erwerbs einer tödlich wirkenden Substanz, sondern einer gesamtgesellschaftlichen Umsorgung unter engmaschigem und letztverlässlichem Einbezug der Hospizarbeit und Palliativversorgung.“

DHPV Aktuell Nr.122

Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Der DHPV veranstaltet am 20.Mai 2019 eine Fachtagung mit Workshops mit dem Schwerpunkt „Bildhaft kommunizieren“. Es finden Vorträge statt zum Thema:

  • Keine Angst vorm Bild- denn ohne geht es nicht mehr (Thomas Achenbach)
  • Smartphone-Fotografie: Tipps für bessere Bilder (Ilona Aziz)
  • Recht einfach: Fotografie und Öffentlichkeitsarbeit-rechtliche Grundlagen, die bei der Erstellung und Nutzung von Fotos im Rahmen der Hospizarbeit zu beachten sind (Christine Bethke-Meltendorf)
  • Best Practice-Kolleg*innen stellen ihre Projekte vor

Es werden nachmittags parallellaufende Workshops angeboten:

  • Zweierlei Bildsprache für ihre Öffentlichkeitsarbeit-mit Worten und mit Symbolen
  • Fotografieren mit dem Smartphone
  • Darf man das? Probleme und Lösungen bei der Nutzung von Bildern anhand von Fallbeispielen

Mehr Informationen zur Veranstaltung unter https://www.dhpv.de/


Termine und Veranstaltungen

Bitte nutzen Sie unsere Internetseite – wir veröffentlichen alle Veranstaltungen, die für die Hospizbewegung in Baden-Württemberg interessant sind:

Sonstige Veranstaltungen

Die 20. Süddeutschen Hospiztage finden vom 3. bis 5.Juli 2019 in Bad Herrenalb statt. Es sind keine Voranmeldungen möglich – die Ausschreibung wird unseren Mitgliedern zugesandt und dann auch auf der Homepage des HPVBW veröffentlicht.


Buchtipp

Auf Wiedersehen Papa! Die Geschichte eines kleinen Eisbären

Die Eisbärenfamile lebt glücklich in einem Eishöhlendorf am Nordpol. Doch dann stirbt Bodos Eisbärenpapa. Trauer zieht ein…

Das im Oktober 2018 erschienene Buch von Christina Pfifferling beschreibt eindrücklich die Trauerverarbeitung auf eine sehr einfühlsame Art und Weise. Gerade in der posttraumatischen Phase werden Aspekte wichtig, die hier ganz explizit angesprochen werden: die Intensivierung einer persönlichen Beziehung, hier die Mutter; das Bewusstwerden eigener Stärken – das Zeichnen und das Fische fangen; die Entdeckung neuer Möglichkeiten – die Freundschaft zu Mia und die Intensivierung des spirituellen Bewusstseins – es gab jemand, der auf ihn aufpasste.

Ein Buch, das Kindern und Eltern Hoffnung macht in dieser schweren Zeit – vom hospiz verlag empfohlen.

ISBN 978-3-946527-20-6