DHPV-Presseinformation: Hospizliches Ehrenamt stärken und vernetzen

Am 5. Dezember ist Tag des Ehrenamtes. Aus diesem Anlass dankt der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) allen ehrenamtlich in der Hospizarbeit Engagierten, die durch ihren Einsatz sterbende Menschen und ihre Angehörigen in Deutschland unterstützen. Mit Blick auf den Koalitionsvertrag sieht der DHPV einige Berührungspunkte, um das hospizliche Ehrenamt zu fördern und mit anderen Formen des bürgerschaftlichen Engagements zu verzahnen.

Berlin, 2. Dezember 2021. Die Hospizbewegung als solche verdankt sich in ihren Ursprüngen dem ehrenamtlichen Engagement zunächst einiger weniger Hospizpionierinnen und -pioniere. Das war in den 1980er Jahren. Bis heute ist das Ehrenamt eine tragende Säule der Hospizarbeit. Das engagierte Eintreten der Hospizbewegung und der dort ehrenamtlich Engagierten für die Bedürfnisse und Rechte Schwerstkranker und ihrer Zugehörigen steht für die Solidarität mit Menschen in einer existenziellen Lebenskrise und die Bereitschaft, einen Beitrag zu einem würdevollen Lebensende und Sterben zu leisten. Das hat sich trotz der widrigen Umstände auch in Zeiten der Corona-Pandemie gezeigt.

„Daher gilt an diesem Tag unser herzlicher Dank und unsere Anerkennung den ehrenamtlich Engagierten in den ambulanten Hospizdiensten und den stationären Hospizen, in der direkten Begleitung ebenso wie in den Vorständen, der Öffentlichkeitsarbeit und vielen anderen Bereichen“, so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der Pandemie fordert der DHPV daher, die ehrenamtliche Begleitung als systemrelevant anzuerkennen, d.h. auch ehrenamtlich Mitarbeitende entsprechend mit Schutzkleidung zu versehen und den Zugang zu Schwerstkranken und Sterbenden, sei es zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, zu ermöglichen.

Mit Blick auf den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung erkennt der DHPV einige Anknüpfungspunkte, um das hospizliche Ehrenamt zu fördern und zu stärken, etwa das Vorhaben, junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern – ein Thema, bei dem der DHPV bereits über Erkenntnisse und Erfahrungen aus seinem Projekt „Junges Ehrenamt“ verfügt.

Die Ankündigung einer neuen nationalen Engagementstrategie wird vom DHPV ausdrücklich begrüßt: „Diese Strategie muss das bürgerschaftliche Engagement nicht nur im Bereich der Katastrophenhilfe und im Sport mitdenken, sondern auch in der Begleitung Schwerkranker, Sterbender und Trauernder“, so Hardinghaus. Denn ehrenamtlich Engagierte in der Hospizarbeit ermöglichen Integration und Teilhabe bis zum letzten Atemzug und wirken somit entscheidend gegen Einsamkeit und das Alleingelassenwerden bei schwerer Erkrankung und am Lebensende.

Notwendig ist aber auch eine Förderung der Vernetzung des bürgerschaftlichen Engagements über die eigentliche Hospizarbeit und Palliativversorgung hinaus. Denn Schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Zugehörigen werden nicht nur durch qualifizierte Ehrenamtliche in ambulanten Hospizdiensten und stationären Hospizen begleitet, sie erfahren vielfach auch Unterstützung von bürgerschaftlich engagierten Menschen in anderen Tätigkeitsfeldern oder auch im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements von Unternehmen.

„Auch dieses Engagement ist eine wichtige Ressource für die Weiterentwicklung der Sorgekultur am Lebensende und sollte daher im Rahmen eines Förderschwerpunktes stärker mit der haupt- wie ehrenamtlichen Hospizarbeit verzahnt und als Unterstützungspotenzial der Solidargemeinschaft erschlossen und erforscht werden“, so Hardinghaus abschließend.

Weitere Informationen

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. ist seit 1992 die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Landesverbände in den 16 Bundesländern sowie weiterer überregionaler Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit und als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1.280 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Die 10 Forderungen des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands für die 20. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages – unter anderem die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements unter Punkt 4 (Link).

Informationen zum Projekt „Junges Ehrenamt“ des DHPV (Link)

Film „Ich begleite (sterbende) Menschen“ (fast 300.000 Views auf YouTube und Facebook, Shortlist des European Excellence Awards) (Link)

Kontakt

Angela Hörschelmann
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband
Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Aachener Str. 5
10713 Berlin
Tel.: 030 82 00 758 17
Mobil: 0049 178 40 660 41
Fax: 030 82 00 758 13
Mail: a [Punkt] hoerschelmann [at] dhpv [Punkt] de
www.dhpv.de
www.charta-zur-betreuung-sterbender.de

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