DHPV-Nachricht an seine Mitglieder

Zur aktuellen Situation der ambulanten Hospizdienste in Deutschland

Nachricht an alle Mitgliedseinrichtungen des  Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV):
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, wie Sie bereits wissen, haben wir, die Spitzenverbände der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhospizarbeit, uns gemeinsam sehr für einen Ausgleich von Corona bedingten Belastungen für die Einrichtungen und Dienste der Hospizarbeit und Palliativversorgung eingesetzt. Mit dem Einbezug der stationären Hospize für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in die Reglungen des § 150 Absatz 3 SGB XI sind für den genannten Versorgungsbereich entsprechende Vorkehrungen zum Ausgleich von Mehrausgaben und Mindereinnahmen getroffen worden. Einige wenige Detailfragen in Bezug auf das Abrechnungsverfahren sind noch zu klären, aber wir gehen davon aus, dass dies in Kürze möglich sein wird.

Was die ambulanten Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhospizdienste anbelangt, haben wir auf die in diesem Bereich zu erwartenden Corona bedingten Mehrausgaben und Mindereinnahmen aufmerksam gemacht. Zu dieser Fragestellung hat es zunächst einen Austausch mit dem GKV Spitzenverband gegeben. Im Rahmen des weiteren Vorgehens haben wir uns auf eine Telefonkonferenz mit Vertreter*innen der Krankenkassen auf der Bundesebene verständigt. Ziel der Konferenz sind eine Beschreibung der konkreten Problemsituation sowie die Festlegung von Eckpunkten für einen Ausgleich der absehbaren Mindereinnahmen und Mehrausgaben.

Eines der zentralen Themen ist hierbei das Förderverfahren im kommenden Jahr. Dabei geht es insbesondere um den Rückgang der Anfragen nach Begleitungen und dann in der Folge um den Rückgang der Fördersumme des jeweiligen ambulanten Hospizdienstes im Jahr 2021.

Weiterhin ist absehbar, dass sich die Vorfinanzierungszeiten von ambulanten Hospizdiensten verlängern, da derzeit die Fortbildungen für Koordinator*innen abgesagt werden. Dadurch verzögert sich die Anerkennung als Koordinator*in, womit sich die Zeiten verlängern, in denen Personalkosten finanziert werden müssen, die nicht förderfähig sind.

Darüber hinaus soll thematisiert werden, dass Qualifizierungskurse zur ehrenamtlichen Mitarbeit in stationären Hospizen oder ambulanten Hospizdiensten derzeit nicht stattfinden können und dass dadurch möglicherweise zukünftig eine geringere Zahl von Sterbebegleiter*innen zur Verfügung stehen wird.

Zudem muss die Frage diskutiert werden, wie die Corona bedingten neuen Formen der Begleitung (z.B. telefonisch, per Post, Internet oder “über den Balkon”) in das Förderverfahren einfließen können.

Schließlich gibt es noch die Corona bedingten Mehrausgaben und eine Reihe anderer Belastungen für deren Ausgleich wir uns einsetzen werden.

Unser Anliegen ist es, im gemeinsamen Gespräch mit den Vertreter*innen der Krankenkassen nicht nur Lösungen für die derzeit absehbaren Probleme zu finden, sondern wir wollen auch ein Verständnis dafür erreichen, dass es Corona bedingte Auswirkungen geben wird, die wir derzeit nur ahnen, aber noch nicht mit harten Fakten nachweisen können (wie zum Beispiel der zu erwartende Rückgang von Spenden) und signalisieren, dass wir uns auch zukünftig ein gemeinsames Erarbeiten von kreativen Lösungen für bislang noch nicht da gewesene Szenarien erhoffen.

Abhängig von den Ergebnissen der Gespräche mit den Vertreter*innen der Krankenkassen werden wir uns im Anschluss untereinander verständigen, welche Sachverhalte und mögliche Unterstützungsmaßnahmen darüber hinaus an die Politik adressiert werden sollten. Die Auswirkungen der Corona-Krise werden dabei fortlaufend berücksichtigt.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Information etwas weiterhilft. Bitte leiten Sie diese auch gerne an interessierte Träger, Einrichtungen und Einzelpersonen weiter, mit der Bitte, eventuelle Problemanzeigen im Hospiz- und Palliativbereich zu melden. Wir melden uns mit weiteren Informationen sobald es Neues zu berichten gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Bolze
Geschäftsführer

Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.V.
Geschäftsstelle

Aachener Str. 5
10713 Berlin
Tel.: 030/8200758-0
Fax: 030/8200758-13
Mail:
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