Ausgabe Dezember 2015

Vorwort

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des Hospiz- und PalliativVerbandes Baden-Württemberg,

wir haben ab dieser Ausgabe unseren Infobrief neu gestaltet. Die wichtigste Veränderung ist, dass er nun von weiteren Interessent/-innen abonniert werden kann. Sie bekommen ihn automatisch per E-Mail zugesandt. Sollten weitere haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen in Ihrem Dienst, Ihrer Einrichtung diesen Brief ebenfalls persönlich zugeschickt bekommen wollen, können diese sich auf unserer Homepage als Abonnent/-in registrieren lassen (http://hpvbw.de/service/rundbriefe).

Diese Form der Zustellung macht es uns möglich, öfters und damit aktueller über für Sie wichtige Entwicklungen in der Hospizarbeit im Land zu informieren. Wir werden kürzere, übersichtlichere und häufigere Infobriefe erstellen und Ihnen zur Verfügung stellen.

Gerade in dem zu Ende gehenden Jahr haben wir gespürt, dass es gut ist, wenn wir Sie, als Mitglieder zeitnaher auf dem aktuellen Stand der Dinge halten können. Neben dem neuen Gesetz zum ärztlich assistierten Suizid hat uns vor allem das neue Hospiz- und Palliativgesetz beschäftigt. Hier werden viele Herausforderungen auf die stationären und ambulanten Dienste zukommen. Nicht nur die Änderungen in der Förderung nach § 39a SGB V, sondern auch die neuen Regelungen für Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und niedergelassene Hausärzte bezüglich einer besseren Finanzierung der allgemeinen Palliativversorgung werden Themen sein, denen wir uns widmen müssen.

Aber jetzt möchten wir uns erst einmal herzlich bedanken bei unseren Mitgliedern, Partnerinnen und Partnern, Freundinnen und Freunden für all die Unterstützung, das Wohlwollen und das Mitwirken. Die Hospizlandschaft in unserem Land ist sehr lebendig und engagiert. Danke Ihnen, für all Ihren Einsatz und Ihr Engagement!

Wir wünschen Ihnen, dass Sie in den kommenden Tagen zur Ruhe kommen können und an Quellen für neue Kraft geführt werden. Wir freuen uns auf das weitere Miteinander mit Ihnen.

Bernhard Bayer, Vorsitzender

Aktuelles aus dem Landesverband

Mitgliederstand

Wir begrüßen unser jüngstes Mitglied, die Ambulante Hospizgruppe Bad Wurzach. Zum 6. Oktober 2015 sind damit 186 baden-württembergische Hospizeinrichtungen Mitglied in unserem Verband.
 

Berichte aus den Arbeitskreisen

Arbeitskreis Stationäre Hospize

Am 13.Oktober 2015 trafen sich die Mitglieder des AK Stationäre Hospize zur eintägigen Herbsttagung im Caritas-Zentrum St. Franziskus in Mannheim-Waldhof, in dem seit Juli das Hospiz St.Vincent seine neue Heimat gefunden hat. Schwerpunkt war das Thema Brandschutz mit einem Vortrag von Ute Epple und einer anschließenden Diskusion. Auch wurden Informationen zu neuen Initiativen zur Gründung weiterer stationärer Hospize in Baden-Württemberg zusammengetragen und kritisch diskutiert. Intensiv tauschte man sich auch über Erfahrungen zur Aufnahme von nahen Angehörigen von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen im Hospiz aus.

Der Entwurf des geplanten Hospiz- und Palliativgesetzes (HPG) und dessen Auswirkungen auf die stationären Hospize war ein weiterer Tagesordungspunkt. Neben der geplanten Erhöhung des Zusschusses von 90 % auf 95 % der zuschussfähigen Kosten, wurden einige Eckpunkte für die nächsten Rahmenvereinbarungsverhandlungen überlegt.

Nach der Sitzung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit das neue Hospiz St.Vincent zu besichtigen und wurden von der Leiterin Gabriele Andres durch das Haus geführt.

Nächste AK-Treffen:

  • Klausurtage: 10. - 11. Mai 2016, in der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein
  • Herbsttagung: 18. Oktober 2016 in Esslingen

Die Mitglieder des AK erhalten rechtzeitig eine Einladung per E-Mail. Die Protokolle können im geschützten Mitgliederbereich des AK online abgerufen werden.

Weitere Informationen und Beratung erhalten Sie bei der Leitung des Arbeitskreise: Ute Epple und Frank Schöberl. Bitte schicken Sie Ihre Fragen an die Geschäftsstelle.

Allgemeine Informationen zur stationären Hospizarbeit stellen wir hier zur Verfügung: http://hpvbw.de/stationaer                                                                                                                                                                                                        

Arbeitskreis Ambulante Hospizarbeit

Der AK beschäftigte sich beim letzten Treffen am 15.10. u.a. mit den Kommunalen Gesundheitskonferenzen und den Möglichkeiten und Schwierigkeiten, sich als Hospizdienst mit hospizlichen Themen dort einzubringen. An folgenden Themen wird der AK im nächsten Jahr arbeiten:

  • Entwicklung von Umgangsstrategien mit dem Generationswechsel im hospizlichen Ehrenamt
  • Sammlung der Konzepte von Befähigungskursen für Hospizbegleiter/innen. Ziel: Erarbeitung einer Empfehlung für die Inhalte der Vorbereitungskurse.
  • Hospizarbeit in Einrichtungen der Behindertenhilfe

Nächstes Treffen: AK Ambulante Hospizarbeit: 27. Mai 2016, 12:15 bis 15:00 Uhr – Die Mitglieder des AK erhalten eine Einladung per E-Mail. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Leitung des Arbeitskreises: Silvia Ulbrich-Bierig.

Arbeitskreis Kinder- und Jugendhospizarbeit

Der AK beschäftigte sich beim letzten Treffen u.a. mit dem Start der SAPV-Teams für Kinder in Baden-Württemberg. Standorte werden sein: Stuttgart, Ulm, Tübingen, Freiburg, Mannheim/Heidelberg. Empfehlenswert ist das Papier der beiden Fachgruppen von DGP und DHPV zum Thema "Zusammenarbeit und Kooperation von Kinderhospizdiensten und SAPV-Teams". Zu finden unter http://www.dhpv.de/themen-kinder-handreichung.html. Daneben gab es Raum für kollegialen Austausch zu den aktuellen Themen der Teilnehmenden.

Nächstes Treffen: AK Kinder- und Jugendhospizarbeit: 19. April 2016, 10:30 bis 15:30 Uhr in Sigmaringen  

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Leitung des Arbeitskreises Bernhard Bayer.

Allgemeine Informationen zur Kinder- und Jugendhospizarbeit:  http://hpvbw.de/kinder-und-jugendhospizarbeit

Arbeitskreis Kinder- und Jugendtrauer

Der AK beschäftigte sich beim letzten Treffen u.a. mit der Überarbeitung der Geschäftsordnung des AK. Die geplante Fachfortbildung am 16. Oktober 2015 in Karlsruhe zum Thema „Trauer in der Familie“ mit Margit Bassler musste leider wegen Erkrankung der Referentin abgesagt werden. Ein neuer Termin ist in Planung.

Nächste Treffen AK Kinder- und Jugendtrauer:

  • 20. Januar 2016, 14:30 bis 17:30 Uhr, in Ludwigsburg
  • 13. Juli 2016, 14:30 bis 17:30 Uhr, Ort: NN
  • 26. Oktober 2016, 14:30 bis 17:30 Uhr, voraussichtlich in Obersasbach

Weiter Informationen erhalten sie bei der Leitung des Arbeitskreises Christine Ettwein-Friehs.                                                                                                                                      

Informationen zum Arbeitskreis: http://hpvbw.de/kinder-und-jugendhospizarbeit

Protokolle und Termine der Arbeitskreise sind im Geschützten Mitgliederbereich des HPVBW abrufbar: http://hpvbw.de/mitglieder


Aktuelles aus den Mitgliedseinrichtungen

Hospiz Esslingen

Sonderedition von Stoffbeuteln exklusiv fürs Hospiz Esslingen: Sie haben erlebt, wie ihr Freund Dominik geborgen und in Würde im Hospiz Esslingen sterben durfte. Sie haben sich während der Tage, die der 26-Jährige im Frühsommer im Hospiz verbrachte, dort selbst gut aufgehoben gefühlt. Nun wollen Dominiks Freunde etwas zurückgeben und entwarfen eine Sonderedition von Stoffbeuteln exklusiv fürs Hospiz. – 2012 hat Dominik das Label „ConSilium“ gegründet, das fair gehandelte Textilien – vor allem Shirts, Jacken, Kappen und Mützen - individuell im Siebdruckverfahren bedruckt. Sie werden im Flatspot-Shop in Stuttgart verkauft. Die gebatikten und bedruckten Stoffbeutel sind Unikate. Von jedem Stück kommen fünf Euro dem Hospiz Esslingen zu Gute. „Wir wollen etwas unterstützen, das Dominik geholfen hat, und das war das Hospiz“, sagt seine Lebenspartnerin Sarah. Dominik habe sich einen Ort gewünscht, an dem er gut versorgt werde und keine Schmerzen leiden müsse, erzählt die 26-Jährige. Der Gedanke, irgendwohin zum Sterben zu gehen, sei zunächst krass gewesen. „Doch sobald ich im Hospiz war, war es wirklich schön.“ Auch Dominiks Freund Mo (26) meint: „Es herrscht dort eine gute Atmosphäre für das, was es ist.“ – Die Bestelladresse sowie den kompletten Artikel finden Sie unter https://www.hospiz-esslingen.de/aktuelles

Landes-Ehrennadel für Ursula Palaoro, Langenau

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat Frau Ursula Palaoro für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit bei der Hospizgruppe Langenau die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen. Frau Palaoro war im Jahr 2000 Mitgründerin der Hospizgruppe Langenau und deren Vorsitzende, Koordinatorin und Einsatzleiterin in Personalunion bis Dezember 2012. Sie ist weiterhin als Hospizbegleiterin aktiv und vertritt die Koordinatorin und Einsatzleiterin bei Krankheit und Urlaub. – Der Hospiz- und PalliativVerband Baden-Württemberg schließt sich den Gratulanten an: Herzlichen Glückwunsch!

Weitere Kurznachrichten aus unseren Mitgliedseinrichtungen unter: http://hpvbw.de/mitglieder/gruppen


Informationen aus dem Bundesverband unter http://www.dhpv.de


Ambulante Hospizförderung - ServicePoint Hospiz Nord

Die geförderten Hospizdienste wurden laufend über die Entwicklungen im Bereich informiert. Informationen auch unter http://hpvbw.de/servicepoint


Termine

Veranstaltungen unter Beteiligung des HPVBW

Forum Hospiz Württemberg

Am 24. November 2015 trafen sich die Vertreter/-innen der ambulanten Hospizdienste zum Forum Hospiz Württemberg in Stuttgart. Als Gastgeber hatte das Diakonische Werk Württemberg eingeladen. Gemeinsam gestaltet wurde das Treffen von Ursula Bröckel, Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Christine Boß-Engelbrecht, HPVBW. Beate Härer stellte sich als neue Referentin des DWW und Nachfolgerin von Ulrike Tonn den zahlreich erschienenen Teilnehmer/-innen vor. Im Mittelpunkt des Treffens standen Informationen über die ambulante Hospizförderung, insbesondere über die erstmalige Beteiligung der Privatkassen an der Förderung im Jahr 2015. Viele Unklarheiten verursacht die Kostenbeteiligung der Beihilfestellen. Die Abfrage von personenbezogenen Daten von Sterbenden und Angehörigen wurde vonseiten vieler Anwesender deutlich hinterfragt. Der zweite Schwerpunkt des Treffens umfasste die zu erwartenden Änderungen durch das Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) und die Auswirkungen u.a. auf die ambulante Hospizarbeit. Am Nachmittag referierte Frau Dr. Brigitte Reiser zum Thema "Kooperation und Netzwerke – welche Voraussetzungen sind für ein Gelingen wichtig?". Die Fachfrau für Socialmedia, Beratung für Non-Profits, zeigte auf, wie wichtig und effektiv Netzwerkarbeit ist und zeigte aus ihrer Sicht mögliche Netzwerke für die Hospizarbeit auf. Sie ermutigte die Hospizdienste kreativ an die Bildung von Netzwerken heranzugehen und bestehende Netzwerke auf der Internetseite des Dienstes öffentlich zu machen. In den Rückmeldungen der Teilnehmenden wurde deutlich, dass hospizliche Netzwerke meist im Verborgenen existieren und man nicht, wie Frau Dr. Reiser aufzeigte,“in die Breite“ denke, was potentielle Netzwerkpartner betrifft. Die Präsentation von Fr. Dr. Reiser steht unseren Mitgliedern im Geschützten Bereich unter  http://hpvbw.de/mitglieder  zur Verfügung.

 

Aus-, Fort- und Weiterbildungen, Fachtage, Kulturelle Veranstaltungen der baden-württembergischen Hospizbewegung finden Sie unter http://hpvbw.de/termine


Literatur

Luzie in Lübeck – Eine besondere Geschichte für Kinder

Es gibt wenige Bücher auf dem Markt, die das Sterben eines Vaters in einem Hospiz aus der Sicht eines Kindes schildern. Dieses Buch greift das auf eine sehr berührende und einfühlsame Weise auf. Sehr anschaulich und für Kinderseelen nachvollziehbar, wird das Erleben der Luzie dargestellt und wunderbar all die für Kinder sehr ungewohnten Vorgänge rund um die Aufnahme, die Betreuung des Vaters im Hospiz und schließlich auch seinem Sterben erklärt. Dies ist aber nur einer der Schätze, die es im Buch zu entdecken gibt. Luzie wird in ein richtiges, spannendes Abenteuer gezogen, lernt wunderbare Menschen kennen, die sie auf ihrem Weg begleiten und ihr vielleicht gerade weil sie selber eher am Rande, als in der Mitte der Gesellschaft stehen, verständnisvolle Weggefährten sein können in dieser für sie so besonderen und unverständlichen Zeit der Erkrankung und des Sterbens ihres Vaters. Mit viel Humor zeichnet die Autorin sehr liebevoll die handelnden Personen. Alleine schon die wundervollen Namen, die sie für die Personen erfindet, sprechen das Herz eines jeden an, der sich auf dieses Abenteuer der Luzie in Lübeck mitnehmen lässt.

Jedes Kind, das gerne liest und in neue Welten eintauchen möchte, wird dieses Buch mögen. Nicht nur Kinder, die selbst mit der Erkrankung oder dem Sterben von nahen Familienangehörigen zu tun haben, sollten dieses Buch kennen. Es hilft jedem Kind, ein Verständnis zu bekommen für das Geheimnis von Krankheit und Sterben – und dies sehr realitätsnah, dabei für die kindliche Vorstellungswelt sehr anschaulich und eben auch – das ist sicher nicht das Unwichtigste – mit Freude und Spannung.

  • Rezension: Bernhard Bayer, Hospiz- und PalliativVerband Baden-Württemberg e. V.
  • Bestelldaten: ISBN: 978-3-94-125192-2, 280 Seiten, Softcover; Großdruck; Illustriert, 280 Seiten; 19,99 €, Edition Caro & Caro, der hospiz verlag, 2015
 

Palliative Care und Hospizarbeit in der Behindertenhilfe

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration hat die 32-seitige Broschüre "Palliative Care und Hospizarbeit in der Behindertenhilfe" herausgegeben, die ab sofort als PDF verfügbar ist. Sie wurde entwickelt, um bei allen, die Menschen mit Behinderung professionell begleiten, im Bereich der Behindertenhilfe und in den Palliativ- und Hospizeinrichtungen, das Bewusstsein für die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung in der letzten Phase ihres Lebens zu schärfen. Die Broschüre ist kostenfrei im PDF-Format (1,5 MB) erhältlich unter http://www.bestellen.bayern.de/shoplink/10010516.htm


Regionale Mitgliederversammlungen

Rückblick

Auf den diesjährigen vier Regionaltreffen Hospiz- und PalliativVerbandes Baden-Württemberg e.V. im Herbst 2015 wurden die Mitglieder über den aktuellen Stand der Hospizarbeit im Bund und im Land informiert. Themen waren u.a. 

Wichtig war uns, von Ihnen Rückmeldungen zum Förderverfahren 2015 zu bekommen, vor allem welche Erfahrung Sie mit der Antragstellung bei den Privatkassen und Beihilfestellen gemacht haben. Herzlichen Dank nochmals an die Gastgeber/-innen, die vor Ort organisiert und uns so freundlich empfangen und umsorgt haben. Die Treffen haben für uns als Verband einen hohen Stellenwert! Es ist wichtig für uns, mit den Akteuren in den Regionen regelmäßig in einem konstruktiven und persönlichen Austausch zu stehen.


Fortbildungsangebot des Hospiz- und PalliativVerbandes Baden-Württemberg

Coaching für hauptamtliche Koordinatorinnen und Koordinatoren

  • 11.-12. März 2016, Abtei Lichtenthal, Baden-Baden
  • Zielgruppe: Hauptamtliche Koordinatorinnen und Koordinatoren in ambulanten Hospizdiensten und Kinder- und Jugendhospizdiensten
  • Anmeldeschluss: 20. Februar 2016
  • Ausschreibung unter http://hpvbw.de/node/8559

Wir freuen uns über Informationen aus Ihrer Hospizeinrichtung! Senden Sie Ihre Nachrichten und gerne auch Anregungen an unsere Geschäftsstelle.