Ehrenamt

Forschungsprojekt zu Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftlichem Engagement in der Hospizarbeit gestartet

Ehrenamtlichkeit als tragender Boden der Hospiz- und Palliativarbeit hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Um wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung des Engagements in der Bevölkerung für sterbende Menschen zu schaffen, bedarf es der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.

Das 2017 gestartete Forschungsprojekt „Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Hospizarbeit – Merkmale, Entwicklungen und Zukunftsperspektiven“ soll dazu dienen, ein tragfähiges empirisches Fundament für die Weiterentwicklung der Hospizpraxis und Hospizkultur zur Verfügung zu stellen. Inwieweit ist sie noch Bürgerbewegung, wie ist diese in der Bevölkerung verankert, welche Bedeutung hat sie in der palliativen Versorgung?

Zur Klärung dieser Fragen arbeiten namhafte Forscherpersönlichkeiten, die alle auch dem wissenschaftlichen Beirat des DHPV angehören, in diesem kooperativen Verbundprojekt zusammen. Neben Prof. Dr. Werner Schneider sind das Prof. Dr. Reimer Gronemeyer, Gießen; Prof. Dr. Andreas Heller, Wien, und Prof. Dr. Thomas Klie, Freiburg.

Das Forschungsziel besteht für die Praxis darin, ehrenamtliche Arbeit und damit die Hospizvereine als Organisationsform bürgerschaftlichen Engagements und Ehrenamtlichkeit zu stärken. Dazu wird das Projekt Fragen zu Einstellungen in der Bevölkerung zur ehrenamtlichen Unterstützung Sterbender, die Sicht von Hausärzten und Pflegediensten, die Erfahrungen Ehrenamtlicher sowie den Zusammenhang von Ehrenamt und Zugangsgerechtigkeit verfolgen.

Mehr zum Projekt finden Sie unter:

Frauenpower im leitenden Ehrenamt

Engagement im Sozialdienst katholischer Frauen
Lüdtke-Jansing, Margrit
978-3-78-411849-9

Diese Studie beschäftigt sich mit dem religiösen leitenden Frauen-Ehrenamt, das bisher weitgehend unerforscht ist. Untersucht werden an den Schnittstellen von Frauenforschung und Verbandskatholizismus u.a. das Engagement von Katholikinnen im leitenden Ehrenamt, die Motivation für ihr Ehrenamt und die Familienstrukturen der befragten Frauen. Es wird deutlich, dass die heutigen Frauen nicht nur ein religionsorientiertes, sondern als Staatsbürgerinnen auch ein gemeinwohlorientiertes Engagement für sich in Anspruch nehmen.

Eine umfassende Studie zum Thema „Katholikinnen im leitenden Ehrenamt" liegt diesem Buch zugrunde. Leitung im Ehrenamt durch Frauen in der katholischen Kirche wird in der Historie und in der Gegenwart beleuchtet - wie es sich für eine Studie gehört bis in feinste Verästelungen zu Themen wie Herkunft, soziale Schicht, Lebensweise, Qualifikationen der tätigen Frauen. Die Beschäftigung damit lässt den Schluss zu, dass in leitenden Ehrenämtern des Sozialdienstes katholischer Frauen natürlich nur und ausschließlich Frauen tätig sind, die in den Rahmen der katholischen Kirche passen - verheiratet oder ledig, mindestens so gut wie keine geschiedenen Frauen (Vorsitzende des SkF 0,8% im Vergleich zu den gleichaltrigen Frauen der BRD mit 9,1%), sonstige Lebensformen wie „wieder verheiratet" oder „gleichgeschlechtliche Beziehung" wurden nicht erhoben. Interessant zu lesen, wenngleich nicht wirklich überraschend - dennoch stellen sich angesichts der Ergebnisse viele Fragen für kritisch denkende und ehrenamtlich tätige Frauen, die möglicherweise auch innerhalb der Kirchen eines Tages laut gestellt werden dürfen. Wenn das ein Beitrag dieser Studie sein könnte, wäre doch viel gewonnen.

Susanne Kränzle, Esslingen