Tag der Kinderhospizarbeit – Hinschauen – mitgehen - unterstützen

Der bundesweite Tag der Kinderhospizarbeit macht seit 2006 jedes Jahr am 10. Februar auf die Situation von Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen aufmerksam. Dieser Tag soll Solidarität mit den betroffenen Familien wecken, die Inhalte der Kinder und Jugendhospizarbeit in der Öffentlichkeit bekannter machen, Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, ansprechen, Spender und Sponsoren gewinnen und die Tabuthemen Sterben und Tod gesellschaftlich etablieren.

Als eines der ersten Bundesländer bietet Baden-Württemberg mit derzeit 37 ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten ein flächendeckendes Netz zur Unterstützung für Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen. Seit November 2017 gibt es in Baden- Württemberg auch ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz, das betroffenen Familien immer wieder eine Erholungspause ermöglicht.

Die Begleitung in den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten, die von qualifizierten hauptamtlichen Koordinatorinnen geleitet werden, erbringen in Baden-Württemberg etwa 750 ehrenamtliche Kinder- und Jugendhospizbegleiterinnen, die in einem 100stündigen Qualifizierungskurs auf diese verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet werden. Auch die Begleiterinnen benötigen Begleitung durch Fachkräfte, da die Belastungen in den Familien mitunter hoch sein können.

Neben der psychosozialen Begleitung durch die Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendhospizdienste sind die Betroffenen auch auf die Unterstützung von ambulanten Kinderkrankenpflegediensten angewiesen. Durch den Fachkräftemangel in der Kinderkrankenpflege wächst die tägliche Belastung der Familien sehr. So ist zum Beispiel die Entlassung der erkrankten Kinder und Jugendlichen aus dem Krankenhaus oft verzögert oder unmöglich oder die optimale pflegerische Versorgung der Kinder und Jugendlichen im häuslichen Umfeld nicht mehr gewährleistet.

Seit vielen Jahren unterstützen die Kinder- und Jugendhospizdiente in Baden-Württemberg auch Familien, in denen ein Elternteil unheilbar erkrankt ist. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf den Abschied nehmenden Kindern und Jugendlichen.

Auch im Bereich der Trauerarbeit wächst das Angebot der Kinder- und Jugendhospizdienste in Baden-Württemberg stetig. Hier werden Kinder und Jugendliche beim Abschiednehmen und in ihrer Trauer in Einzeltrauerbegleitungen, aber auch in Gruppenangeboten durch geschulte Kinder- und Jugendtrauerbegleiter unterstützt.

Ein Großteil der Kosten der ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste wird durch die ambulante Hospizförderung nicht abgedeckt, weshalb alle Dienste auf regelmäßige Spenden angewiesen sind, um ihr Angebot aufrecht erhalten zu können.


Fragen Sie vor Ort die Hospizdienste an, die Unterstützungsangebote sind vielfältig und orientieren sich immer am sterbenden Menschen - die Begleitung ist für die Hilfesuchenden generell kostenfrei. Alle Hospizadressen in Baden-Württemberg finden Sie unter http://hpvbw.de/hospizadressen, die Kontaktdaten und Informationen zur Kinder-und Jugendhospizarbeit sind hier veröffentlicht: http://hpvbw.de/kinder-und-jugendhospizarbeit

Der Hospiz- und PalliativVerband Baden-Württemberg e. V. (HPVBW) ist der Dachverband der Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Baden-Württemberg. Er setzt sich für die Belange schwerkranker und sterbender Menschen ein und ist die Interessenvertretung der Mitgliedseinrichtungen auf Landes- und Bundesebene.

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